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Haftung einer Direktbank bei Stopp-Loss-Order

Nach einem Urteil des Landgericht Heidelberg vom 11. August 2016 (Az.: 2 O 407/15) kann eine Direktbank bei unzureichenden Angaben zum Verlustrisiko im Zusammenhang mit der Vereinbarung einer automatischen Stopp-Loss-Order auf Schadenersatz haften.

Der Privatkunde hatte durch den Abschluss eines außerbörslichen Differenzgeschäfts auf die Kursentwicklung des Währungspaars EUR/CHF spekuliert.

Die Direktbank hatte bei Eröffnung des Margin-Trading-Kontos dem Trader zwar die grundsätzlichen Risiken des Anlagegeschäfts – selbst für den Fall der Vereinbarung einer automatischen Stopp-Loss-Order – aufgezeigt.

Für eine ordnungsgemäße Risikoaufklärung hätte es aber auch eines Hinweises bedurft, dass die Stopp-Loss-Order unter bestimmten Umständen nicht oder nur nach erheblichem Unterschreitens der Stopp-Marke (verbunden mit den entsprechend höheren Verlusten) würde ausgeführt werden können.

Im konkreten Fall wurde dem Trader letztlich eine Risikobegrenzung suggeriert, die mit den mit einem Devisengeschäft verbundenen erheblichen Risiken, insbesondere hinsichtlich der damals noch rechtlich zulässigen Nachschlusspflicht, nicht zu vereinbaren war.

Dem Anleger traf aufgrund der im dortigen Einzelfall überlassenen, unzureichenden Informationen keine Nachschusspflicht; vielmehr erhielt er Schadenersatz wegen Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten zugesprochen.

 

Ergänzender Hinweis:

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 08. Mai 2017 durch eine Allgemeinverfügung (Gs: VBS 7-Wp 5427-2016/0017) die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von finanziellen Differenzkontrakten (Contract for Difference (CFD)), sofern diese eine Nachschusspflicht für Privatkunden begründen können, untersagt.